
Der Chromecast, wie wir ihn ein Jahrzehnt lang gekannt haben, wird von Google seit 2024 nicht mehr verkauft. Die bereits im Umlauf befindlichen Dongles funktionieren weiterhin und erhalten noch Sicherheitsupdates, aber das Sortiment an neuen Zubehörteilen hat sich auf den Google TV Streamer 4K umgestellt. Dieser Übergang verändert die Art und Weise, wie man einen Film auf dem Fernseher streamt, je nachdem, ob man ein älteres Modell oder das neue Gerät besitzt.
Ein Film von einem alten Chromecast streamen: Was 2026 noch funktioniert
Die Chromecast der zweiten und dritten Generation sowie der Chromecast mit Google TV sind weiterhin funktionsfähig. Das Prinzip hat sich nicht geändert: Das Telefon oder der Computer sendet einen Stream an den über HDMI angeschlossenen Dongle, der das Video eigenständig abspielt.
Von einem Android- oder iOS-Smartphone aus genügt es, eine kompatible App (Netflix, Disney+, YouTube, myCanal und andere) zu öffnen und auf das Cast-Symbol zu tippen. Der Chromecast und das Telefon müssen sich im selben Wi-Fi-Netzwerk befinden. Das Verfahren zum Streamen eines Films auf Chromecast bleibt bei den meisten Video-on-Demand-Diensten identisch.
Von einem Computer aus verfügt der Chrome-Browser über eine integrierte Streaming-Funktion, die über das Kontextmenü zugänglich ist. Man kann einen gesamten Tab streamen oder auf bestimmten Websites direkt die Cast-Schaltfläche im Video-Player verwenden. Die Qualität ist oft besser, wenn die native App das Casting selbst verwaltet, anstatt einen Tab zu duplizieren.

Ein Punkt verdient Beachtung: Einige Hersteller ziehen allmählich die Cast-Unterstützung von ihren Geräten zurück. Sony hat angekündigt, Dienste wie Google Cast und Netflix auf mehreren Dutzend Soundbars und Smart Speakern abzuschalten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Chromecast-Dongle direkt betroffen ist, aber das Cast-Ökosystem schrumpft bei Drittgeräten.
Google TV Streamer 4K: Eine andere Logik für das Streaming
Der Google TV Streamer funktioniert nicht wie ein klassischer Chromecast. Er verfügt über eine eigene Google TV-Oberfläche, eine Fernbedienung und direkten Zugang zum Play Store. Man installiert die Streaming-Apps direkt auf dem Gerät, ohne von einem Smartphone abhängig zu sein, um die Wiedergabe zu starten.
Der Unterschied ist strukturell. Bei einem klassischen Chromecast dient das Telefon als obligatorische Fernbedienung, um Inhalte zu finden und abzuspielen. Mit dem Google TV Streamer wird das Smartphone optional: Man navigiert durch die Kataloge über die Fernbedienung, wie bei jeder Android TV-Box.
Das Casting bleibt auf dem Google TV Streamer verfügbar. Wenn Sie es bevorzugen, Netflix auf Ihrem Telefon zu durchsuchen und dann den Film auf den Fernseher zu senden, ist das weiterhin möglich. Beide Nutzungsmöglichkeiten koexistieren.
Thread 1.4 und Smart Home während des Sehens
Ein kürzliches Update des Google TV Streamers bringt die Thread 1.4-Kompatibilität. In der Praxis ermöglicht dies, Smart-Home-Geräte über einen QR-Code hinzuzufügen, der direkt auf dem Fernseher angezeigt wird und mit dem Smartphone gescannt wird. Diese Funktion betrifft nicht direkt das Video-Streaming, verwandelt das Gerät jedoch in einen Hub für das vernetzte Zuhause.
Für diejenigen, die smarte Glühbirnen oder Sensoren verwenden, kann der Google TV Streamer seine Thread-Netzwerk-IDs teilen, um neue Geräte ohne komplizierte Handhabung zu integrieren. Man steuert die Beleuchtung im Wohnzimmer, ohne den Film zu verlassen.
Kompatibilität von Streaming-Apps mit Cast in Frankreich
Nicht alle Streaming-Plattformen unterstützen das Casting auf die gleiche Weise. Hier sind die beobachteten Verhaltensweisen bei den wichtigsten Diensten, die in Frankreich verfügbar sind:
- Netflix, YouTube, Disney+ und Amazon Prime Video integrieren die Cast-Schaltfläche in ihren Android- und iOS-Apps. Die Wiedergabe startet direkt auf dem Chromecast oder dem Google TV Streamer.
- myCanal (Canal+) und die France TV-App bieten das Casting an, aber die Stabilität hängt von der Version der App und dem Modell des Chromecasts ab. Ältere Generationen haben manchmal Aussetzer bei HD-Streams.
- Die Angebote von SFR TV und einige Apps französischer Anbieter beschränken oder unterstützen das Casting zu einem externen Chromecast überhaupt nicht, da sie ihren eigenen Decoder bevorzugen.
Der entscheidende Faktor bleibt das Wi-Fi-Netzwerk. Ein Chromecast, der mit 5 GHz verbunden ist und eine gute Abdeckung im Raum hat, vermeidet Ruckler. Wenn der Router weit entfernt ist, kann ein Repeater oder der Umstieg auf Wi-Fi 6 des Google TV Streamers das Problem lösen.
Lokale Videodateien: Optionen zum Casten ohne Streaming-App
Der Chromecast wurde ursprünglich nicht für die Wiedergabe lokal gespeicherter Dateien konzipiert. Diskussionen in spezialisierten Foren drehen sich regelmäßig um diesen Punkt. Es gibt mehrere Lösungen:
- VLC für Android ermöglicht das Streamen einer Videodatei zu einem Chromecast. Die Codec-Kompatibilität variiert, und Dateien im HEVC (H.265)-Format können bei älteren Modellen manchmal Probleme verursachen.
- Die App BubbleUPnP, die oft auf Reddit erwähnt wird, unterstützt das Transcoding in Echtzeit von einem Android-Smartphone zum Chromecast.
- Von einem Computer aus funktioniert es, eine Videodatei in einen Chrome-Tab zu ziehen und dann die Funktion “Cast” zu verwenden, aber die Qualität bleibt im Vergleich zu einer nativen Wiedergabe zurück.
Auf dem Google TV Streamer vereinfacht die Installation von Plex oder Kodi direkt auf dem Gerät die Wiedergabe von lokalen Dateien, die auf einem NAS oder einer Netzwerkfestplatte gespeichert sind. Das Transcoding erfolgt serverseitig, was das Gerät entlastet.

Wählen zwischen bestehendem Chromecast und Google TV Streamer für Video-Streaming
Wenn Ihr Chromecast einwandfrei funktioniert und Sie mit dem Casting von Ihrem Telefon aus vertraut sind, gibt es keinen dringenden technischen Grund zum Wechseln. Die Sicherheitsupdates laufen vorerst weiter.
Andererseits bedeutet das Fehlen neuer Bestände, dass ein defekter Chromecast nicht identisch ersetzt wird. Der Google TV Streamer übernimmt mit einem anderen Ansatz: eigenständige Benutzeroberfläche, Fernbedienung, lokal installierte Apps und Rolle als Smart Home-Hub.
Für eine Nutzung, die sich auf das Streamen von Filmen konzentriert, hängt die Wahl von einer Gewohnheit ab. Diejenigen, die alles über das Telefon steuern möchten, werden ihren Chromecast so lange behalten, wie er funktioniert. Diejenigen, die eine direkte Navigation auf dem Fernseher ohne Smartphone bevorzugen, werden mit dem Google TV Streamer 4K mehr Komfort gewinnen.